09/26/2018 - 4:44pm      16:44

Tu sei qui

DER GESCHMACK ZWEIER HERRSCHERREICHE


Elisa Andolfatto
0

144

0

1
Tedesco

Ein offizielles Strudel-Rezept gibt es nicht. Jede Familie gibt die Geheimnisse und Aromen bei der Zubereitung dieses sinnlichen„Geschmackswirbels“ eifrig an die nachfolgenden Generationen weiter. Kleine Geheimtipps: Etwas Milch macht die Mehlspeise bekömmlicher. Die Eier können durch Essig oder Zitrone ersetzt werden.
 
Mehl, Eier, Öl und Wasser werden von Hand lange zu einem geschmeidigen Teig geknetet. Dabei erwachen Kindheitserinnerungen an die mütterlichen oder großmütterlichen Hände, die hauchdünn gezogene Blätter mit Rosinen, gerösteten Pinienkernen, Äpfeln und Almbutter füllen. Genauso, wie es die habsburgischen Zuckerbäcker von den Pâtissiers des Osmanenherrschers Süleyman I. übernommen hatten.
 
Als der Sultan im 16. Jahrhundert an die Tore Europas gelangte, brachte er seine eigenen Traditionen mit sich. Darunter auch die geliebte Süßspeise Baklava, ein langgezogenes Süßgebäck aus Blätterteig, gefüllt mit Honig und Walnüssen.
 
Zeiten der Bedrohungen und des Friedens führten zu den ersten kulturellen und kulinarischen Berührungen zwischen dem osmanischen Reich und dem österreichischen Volk.
 
Das Baklava-Rezept fand in den habsburgischen Ländern schnell Verbreitung: Die exotisch-orientalische Süßspeise wurde zum Modegericht. Für die mitteleuropäischen Gaumen war es jedoch der Anreiz, aus den lokalen Apfelkuchentraditionen etwas Neues zu erschaffen. Die mit Nüssen, Pistazien oder Pinienkernen gefüllte und mit Honig übergossene Baklava verwandelte sich in kurzer Zeit zu einer Teigrolle aus Wasser, Mehl und Schmalz mit Apfelfülle: Im damaligen Tirol war der Strudel entstanden.
 
Foto: Adobe Stock
 
 
 
 
 
 


Search

Form di ricerca


Ultime Notizie


Latest Tweets