05/16/2018 - 4:47pm      16:47

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CASTELRONDA – DER BOZNER BURGENWEG


Florian Hofer
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Tedesco

Der Bozner Burgenweg erstreckt sich in einem der burgenreichsten Gebiete des Landes über ungefähr 20 Kilometer von Bozen über die Hänge von Jenesien, nach Glaning bis Terlan. Der Burgenweg „Castelronda“ ist eine Themenstrecke, die das Erlebnis Burg greifbar macht. Schau- und Informationstafeln begleiten die Wanderung und lassen das mittelalterliche Handelszentrum Bozen, die mächtigen Burgruinen der Umgebung und den spätmittelalterlichen Silber- und Bleiglanzabbau der Siedlung Terlan wieder lebendig werden.

„Castelronda“ ist also eine Route zwischen Geschichte, Landschaft und Kultur, entlang von Zeugnissen höfischer Lebenskultur der Zeit um 1400 auf Schloss Runkelstein, über die 1797 nahezu vollständig zerstörte Burg Rafenstein, die Ruinen Greifenstein und Helfenberg bis nach Neuhaus uns schließlich Terlan. Dabei bietet die Wanderroute unterschiedliche Einstiegsmöglichkeiten von Jenesien, Glaning oder Siebeneich aus und ist auch in Teilstrecken begehbar.

Der Burgenweg beginnt an der Talstation der Jenesier Seilbahn mit Blick auf Schloss Runkelstein, erbaut 1237 von den Brüdern Beral und Friedrich von Wangen und 1385 von der Bozner Kaufmannsfamilie Vintler erworben, erweitert und ausgestattet. Die Anlage beherbergt heute noch den größten profanen Freskenzyklus des Spätmittelalters. Von der Talstation aus führt die Wanderung in Richtung Rafenstein. Die Schlossanlage, ein Paradebeispiel renaissancezeitlicher Wohn- und Repräsentationskultur war bis zum Ende des 18. Jahrhunderts vollkommen intakt und wurde erst beim Kampf um Bozen zwischen französischen Soldaten und österreichischer Artillerie zerstört. Nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten ist die Schlossanlage seit 2014 wieder zugänglich. Am Bozner Talkessel entlang führt die Route nun nach Glaning bei Jenesien. Dort gibt es die Möglichkeit, allerdings auf eigene Gefahr, die Abzweigung zur Ruine Greifenstein, dem sogenannten „Sauschloss“ zu nehmen.

Der Legende nach hatte die Besatzung der Burg ihr Überleben während der Belagerung von 1423 allein der List zu verdanken, ein gebratenes Schwein, den einzig verbliebenen Proviant, von den Burgmauern auf das gegnerische Heer geworfen zu haben. Die Angreifer, überzeugt vom Reichtum der Vorräte auf der Burg, ließen daraufhin von der Belagerung ab. Weiter geht es nun zu den Resten der Burg Helfenberg aus der Zeit um 1180. Obwohl von der ursprünglichen Anlage nur noch wenig erhalten ist, bietet ihre Position einen der schönsten Ausblicke über das Etschtal.

Die nächste Station der Wanderung ist die auf einem Felsvorsprung aufragende Burg Neuhaus. Die Burg trägt auch den Namen Maultasch, da sie, obwohl keine historischen Belege dafür vorhanden sind, eine der bevorzugten Residenzen der Tiroler Landesfürstin Margarethe von Tirol gewesen sein soll. Von Neuhaus aus beginnt schließlich der Abstieg nach Terlan.

Hier endet der Bozner Burgenweg „Castelronda“ und hinterlässt Eindrücke lebendiger Geschichte und Ausblicke auf eine der schönsten Kultur- und Naturlandschaften des Landes. Der Frühling und der Herbst sind daher die idealen Saisonen zum Wandern am Burgenweg. Auf einigen Teistrecken des Bozner Burgenweges ist allerdings besondere Vorsicht geboten. Sie sind nur für geübte Geher mit Trittsicherheit zu empfehlen.


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