02/13/2018 - 10:37am      10:37

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KRIMI IM DOM: EINE KURIOSE LEGENDE


Andreas Vicinanza
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Tedesco

Viele Sagen berichten uns interessante Details bezüglich des Bozner Domes, doch diese spezielle scheint beinahe aus einem TV-Krimi entsprungen zu sein. Im sechzehnten Jahrhundert beschloss man, einen Turm für den Dom zu bauen – soweit die Fakten. Wenn wir jedoch der Legende Glauben schenken, war der Bau nicht ohne Zwischenfälle…

Viele Steinmetze hatten lange gehofft, zum Bauleiter des Domturmes ernannt zu werden. Als diese prestigevolle Rolle dem Schwaben Hans Lutz zufiel, mussten die Steinmetze sich damit begnügen, als einfache Gesellen im Turm zu arbeiten. Hans Lutz brachten sie nur Neid entgegen.

Einer der Neider hieß der Legende nach Willhelm Großmund. Anfangs verbrachte er seine Zeit damit, Hans Lutz zu kritisieren, doch das war ihm nicht genug. Eines Tages beschloss er daher, zu drastischeren Mitteln zu greifen: Er wollte den Tod von Hans Lutz verursachen. Deshalb beschädigte er mit seiner Handsäge einen der Holzbalken des Baugerüstes. Großmund hoffte, dass der Holzbalken unter dem Gewicht von Hans Lutz nachgegeben und dieser folglich während seines täglichen Kontrollganges in die Tiefe stürzen würde.

Die Legende nimmt ein böses Ende – allerdings für Großmund. Nachdem er das Gerüst sabotiert hatte, ging Großmund nach Hause. Bald merkte er jedoch, dass er seine Handsäge auf dem Gerüst vergessen hatte – ein Hinweis, der zu ihm führen konnte. Rasch kehrte er zum Dom zurück und stieg auf das Gerüst, um das Werkzeug zu suchen. Dabei trat er jedoch mit dem Fuß auf die von ihm sabotierte Holzplatte. Das Unvermeidbare geschah – Großmund, und nicht Lutz, stürzte in die Tiefe und brach sich das Genick. In einigen Versionen der Legende konnte sich der heimtückische Steinmetz nach seinem Tod rächen, indem er den Teufel überzeugte, den Domturm zu neigen.

Foto: Daniel Agostini


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